Mit einem neuen Wiederansiedelungsprogramm zeigt die Tierwelt Herberstein auf. Über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) übernimmt der Steirische Landestiergarten ein junges Paar Karpatenluchse. Mit dem heutigen Einzug von „Luchs Charly“, ist der Grundstein für das Karpatenluchs-Luchs Projekt gelegt. Aus diesem Anlass wurde Karlheinz „Charly“ Kornhäusl die Ehrenpatenschaft von Luchs Charly verliehen. Landesrat Kornhäusl freute sich in seiner Ansprache über die Auswahl des Patentieres: „Der Luchs ist bekannt als „Krafttier der Mythologie“ versehen mit für Adjektiven wie kraftvoll, schlau oder ausdauernd, Eigenschaften, die auch in der Politik sehr hilfreich sind. Ich gratuliere den Entscheidungsträger*innen in Herberstein zu diesem Projekt.“
Die Samtpfote wurde am 01. Juni 2024 im Tiergarten Nürnberg geboren und ist vergangenen Freitag in den oststeirischen Zoo übersiedelt. „Die ersten Tage verbrachte der Kuder zur Eingewöhnung hinter den Kulissen und wurde von den Tierpflegerinnen und Tierpflegerinnen regelmäßig überwacht, um ihm bestmöglich auf sein neues Umfeld vorzubereiten“, erklärt der Zoologische Leiter, Tierarzt Dr. Reinhard Pichler. Derzeit weilt der Raubkater noch allein im Gehege, demnächst ist die Übersiedelung eines Weibchens aus dem Tierpark Weißwasser geplant.
Die Luchshaltung hat in Herberstein seit Jahrzehnten Tradition. „Ziel der Vergesellschaftung ist eine erfolgreiche Nachzucht, die bei Eignung ausgewildert werden könnte. Als Auswilderungsgebiete sind gut als Luchshabitat geeignete Gebiete in Deutschland (Harz, Westerzgebirge oder Schwarzwald) vorgesehen. Damit soll versucht werden, die bereits vorhandenen Luchspopulationen durch einzelne Auswilderungen gezielt zu unterstützen und mehr genetische Vielfalt in die Populationen zu bringen.", informiert Karin Winkler aus der Geschäftsleitung.
Das übergeordnete Ziel wird sein, die einzelnen, derzeit noch stark voneinander isolierten Verbreitungsgebiete ausgehend von den Karpaten über das Dinarische Gebirge bis in die Westalpen zu vernetzen. Die Auswilderung wird gemeinsam mit dem Projekt Linking Lynx abgewickelt. Dort laufen alle Fäden zusammen: von der Verbesserung der Gesundheit in den Populationen, dem Monitoring der genetischen Vielfalt bis hin zu Frage, woher die Luchse für dieses Programm kommen. Auch die Finanzierung ist Teil des Programms.
Weitere Infos zum Projekt unter www.linking-lynx.org
Öffnungszeiten Herberstein: täglich von 10 bis 16 Uhr, Aufenthalt im Park bis 17 Uhr
Rückfragehinweis:
Prok. Karin Winkler – Geschäftsleitung
0664 8865 4094
Fotograf: Harry Schiffer